Blutbestrahlung ist eine unverzichtbare Maßnahme, um die lebensbedrohliche transfusionsassoziierte Graft-versus-Host-Erkrankung (TA-GvHD) zu verhindern. Aber warum ist sie notwendig und wie läuft der Prozess richtig ab? Die KABEG Klinikum Klagenfurt ist dieser Sache nachgegangen und hat das Wichtigste in einem Schulungsvideo zusammengefasst. Hier die wichtigsten Erkenntnisse daraus:

Was ist TA-GvHD?

Die transfusionsassoziierte Graft-versus-Host-Erkrankung ist eine sehr schwere und nahezu immer tödlich verlaufende Komplikation nach der Transfusion. Sie entsteht, wenn T-Zellen aus dem Spenderblut in den Körper der Empfängerin oder des Empfängers gelangen und aktiv werden. Die Erkrankung zeigt sich typischerweise 3 bis 30 Tage nach der Transfusion und äußert sich durch hohes Fieber, Hautausschlag, Übelkeit, Erbrechen und Panzytopenie.

Warum ist Blutbestrahlung notwendig?

Die Bestrahlung der Blutprodukte verhindert die Entstehung einer TA-GvHD, indem sie die T-Zellen der Spenderin oder des Spenders inaktiviert. Besonders wichtig ist die Bestrahlung für PatientInnen, die immungeschwächt sind, sich in einer laufenden Chemotherapie befinden oder an bestimmten pathologischen Erkrankungen leiden. Ob ein bestrahltes Blutprodukt notwendig ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

„Blutbestrahlung ist die einzige visuelle Kontrolle, dass Blut tatsächlich bestrahlt wurde.”

Ablauf der richtigen Blutbestrahlung

Die Blutbestrahlung erfolgt mit mindestens 25 Gy Gamma- oder Röntgenstrahlung. Zunächst wird das benötigte Blutprodukt angefordert und mit einem speziellen Bestrahlungsindikator versehen. Dieser Indikator wird gut sichtbar am Beutel angebracht. Anschließend kommt der Beutel in einen Container und wird in das Bestrahlungsgerät eingelegt. Nach der erfolgten Bestrahlung muss der Indikator überprüft werden: Hat sich das Indikatorfeld von Rot auf Schwarz verfärbt, gilt die Bestrahlung als korrekt durchgeführt. Erst dann darf das Blutprodukt an die transfundierende Abteilung weitergegeben werden.

Der Bestrahlungsindikator ist die einzige visuelle Kontrolle, die zuverlässig belegt, dass das Blutprodukt tatsächlich bestrahlt wurde. Daher ist es besonders wichtig, vor jeder Transfusion die Farbänderung des Indikators sorgfältig zu prüfen.

In den Schulungsvideos der KABEG sehen Sie nicht nur Schritt für Schritt, wie die Blutbestrahlung richtig durchgeführt wird. Sie lernen auch, was genau zu beachten ist, bevor bestrahltes Blut tatsächlich an die Patientin oder an den Patienten verabreicht wird.

Zu den Videos:
https://www.youtube.com/watch?v=tj-e5IcSaIU&t=16s
https://www.youtube.com/watch?v=_MusbaFkNjk&t=9s


Picture credit: on point medicals GmbH

Autoren: Dr. Harald Sekljic, Mag. Lisa Springer

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